Kapitel eins
Am Morgen, an dem Mara die Tür auf der Karte entdeckte, lag über der Stadt ein Licht, das jedes Geräusch zu dämpfen schien. Die Straßenbahn glitt lautlos durch den Nebel, und selbst die Tauben auf dem Bahnhofsvorplatz schienen auf etwas zu warten.
Die Karte war alt, älter als alles andere im Archiv. Ihr Papier fühlte sich an wie getrocknete Blätter. Zwischen den bekannten Linien der Küste und den sorgfältig gesetzten Höhenzügen stand ein winziges goldenes Zeichen: eine offene Tür, kaum größer als ein Fingernagel.
Mara beugte sich näher. Unter dem Zeichen verlief eine Schrift, so fein, dass sie sie erst im schrägen Licht lesen konnte: Für jene, die langsam genug reisen.
Sie nahm ihr Notizbuch aus der Tasche und zeichnete das Symbol nach. In diesem Augenblick bewegte sich etwas unter dem Papier — kein Schatten, eher die Erinnerung an einen Schatten. Der Raum roch plötzlich nach Regen auf warmem Stein.
Hinter ihr fiel die Tür des Archivs ins Schloss. Als Mara sich umdrehte, war der lange Korridor verschwunden.